Behörden beschlagnahmen 1.000 Graupapageien
Kamerun, 20.03.2010

Am 1. Februar 2010 wurden auf dem Flughafen von Douala in Kamerun etwa 1.000 Graupapageien (Psittacus erithacus) beschlagnahmt, die an Bord eines äthiopischen Flugzeugs illegal nach Kuwait und Bahrain im Nahen Osten geschmuggelt werden sollten. Die Vögel waren in zehn Drahtkäfige ohne Futter und Wasser gepfercht worden. Der Schmuggler konnte sich leider dem Zugriff der Polizei entziehen. Es handelte sich hierbei um die größte Anzahl von Graupapageien, die jemals in dem westafrikanischen Land von den Behörden konfisziert wurde. Die Wildhüter des Limbe Wildlife Center im Südwesten Kameruns, einer Rehabilitierungseinrichtung für beschlagnahmte Wildtiere, zeigten sich entsetzt, wie sehr der illegale Handel in der jüngsten Zeit eskaliert sei. Bereits Ende 2009 waren Hunderte von beschlagnahmten Papageien nach Limbe gebracht worden, darunter allein im Dezember eine Lieferung mit 503 Tieren. Die Einrichtung versucht, so viele Vögel wie möglich wieder in ihren Lebensraum zu entlassen. Doch etliche Papageien müssen zunächst tiermedizinisch behandelt und ihr verdrecktes Gefieder gereinigt werden. Nicht wenige befinden sich in einem dermaßen katastrophalen Allgemeinzustand, dass sie über längere Zeit in Limbe bleiben müssen. In der jüngsten Ladung entdeckten die Behörden 47 tote Vögel, 30 weitere starben einen Tag nach der Beschlagnahmung an Dehydrierung und Stress. Mehrere Papageien wurden in den engen Käfigen regelrecht zu Tode getrampelt. Die 176 Überlebenden mit intaktem Federkleid wurden nach einer Woche in Gruppen von etwa 50 Exemplaren in die Freiheit entlassen. Einige Papageien erwiesen sich als zu schwach und mussten wieder eingesammelt werden. Die abgemagerten Papageien werden mit einem Gemisch aus Bruchmais, Maniokmehl und Erdnüssen sowie verschiedenen Früchten und Palmnüssen aufgepäppelt. Futter und Medikamente (z.B. gegen Psittakose oder Parasitenbefall) für so viele Papageien sind kostspielig. Die Reinigung des Gefieders von Kotresten und vom Klebstoff, mit dem die Tiere häufig gefangen werden, ist zeitintensiv. Die Wildhüter entdeckten auch Lockvögel mit beschnitteten oder verschnürten Schwingen; viele von ihnen werden nie wieder fliegen können.

( Webmaster )

Jax NewsPage v1.5, by Jack (tR), www.jtr.de/scripting/php